Die Geschichte

Das Weincafe Charell hinter Brechts Rücken

Handlung

Ein Weincafé in Mitte: Was klingt wie der Traum von Hipstern aus der Provinz, haben wir gemacht. Weil es geht, weil es Spaß macht und weil… Ja weil:

  • Der Große Erik Charell einen Platz hinter Brechts Rücken brauchte, und nicht nur vor dem Friedrichstadtpalast rumlungern sollte.
  • Weil das Weinland Deutschland genau hier, mittendrin in der Hauptstadt, im kleinsten Weincafé, die größte Auswahl brauchte.
  • weil Machen wie Wollen ist – nur viel schöner.
  • Und weil wir nach dem Theaterbesuch nicht wussten, wo wir in der Nähe einen guten Wein und etwas zu essen bekommen sollen – jetzt wissen wir es.

Regie

Aber schön der Reihe nach: Wer war Erik Charell?
Genau hier, wo Sie jetzt mit Ihrem Wein so schön sitzen, stand früher das Alte Schauspielhaus. Hier lernten der Tänzer Erik Charell und Max Reinhard sich kennen und offenbar ohne lange Anlaufzeit schätzen.
Jedenfalls vertraute Reinhard Charell die künstlerische Leitung des Alten Schauspielhauses an, als er sich aufmachte zu neuen Bühnen.
Erik Charell, einmal in diesen Boden gesetzt, trieb die kuriosesten & buntesten Blüten, eine Revue jagte die nächste, geriet vom Hinterhof- zum Stadtgespräch, Berlin staunte!
Als er schließlich „Im weißen Rössel am Wolfgangsee“ uraufführte, gab es kein Halten mehr. Das galt leider auch für die Nazis, vor denen Charell 1933 in die USA fliehen musste – für einen schwulen, jüdischen Tänzer polnischer Herkunft gab es keinen Platz in deren arischer Mitte.

Die Kulisse

Unser Charell kommt auf geschichtsträchtigem Boden zur Aufführung.
1865 wurden hier die berühmten Berliner Markthallen errichtet – und weil das nicht Zirkus genug war, gaben sich bald Schausteller und Artisten die Ehre, Circus Reiz und Zirkus Schumann schlugen ihre Zelte auf, bis Max Reinhard den Kunst- und Kulturstücken eine feste Bühne bieten wollte und das Schauspielhaus auf den Plan trat.

Nachdem die Rauchschwaden des 2. Weltkrieges verzogen waren, wurde das Gebäude zum Friedrichstadtpalast, wo endlich wieder „Revue passierte“ und Berlin Gelächter, Zerstreuung und Selbstentlastung erfuhr – die es sicher bitter nötig hatte. Was der Weltkrieg nicht zerstört hatte, fiel 1988 dem Grundwasser zum Opfer. Das Gebäude senkte sich ab und musste abgerissen werden.

Die Bühne